Prozessbenchmarking Kanalbetrieb
Das Prozessbenchmarking Kanalbetrieb blickt auf eine über zehnjährige Erfolgsgeschichte zurück. Das Prozessmodell wurde im Jahr 2000 von Kanalnetzbetreibern gemeinsam mit der aquabench GmbH entwickelt. Es wird seitdem jährlich durch Unternehmen unterschiedlicher Größe und Rechtsform angewendet und weiter entwickelt. Die Anzahl der Teilnehmer ist insgesamt auf über 60 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angewachsen, die in verschiedenen regionalen Kreisen am Prozessbenchmarking Kanalbetrieb teilgenommen haben.
Handlungsoptionen
Das Erkennen von Optimierungspotenzialen und die daraus folgende Ableitung von Handlungsoptionen und die Umsetzung bzw. Integration in die betriebliche Praxis ist ein wichtiger Bestandteil eines Prozessbenchmarking. Daher erfolgt im Rahmen der Abschlussberichte die Dokumentation der Handlungsoptionen basierend auf den Ergebnissen eines Erhebungsjahres. Die aquabench GmbH fasst die Handlungsoptionen aller Teilnehmer zum Zwecke der gegenseitigen Information über eingeleitete Handlungsoptionen und Arbeitsschwerpunkte zusammen. Hierdurch soll der Austausch zwischen den Teilnehmern mit gleichartig gelagerten Fragestellungen zur betrieblichen Praxis weiter unterstützt und gefördert werden.
Untersuchungsgegenstand
Der Betrachtungsbereich im Prozessbenchmarking Kanalbetrieb umfasst alle Aufwendungen und Tätigkeiten, die im Rahmen der Abwasserbeseitigungspflicht an den Anlagen des öffentlichen Kanalnetzes - mit Ausnahme der Anschlussleistungen - durchgeführt werden. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die Teilprozesse der Reinigung, der Inspektion und Wartung sowie der Instandsetzung an den kostenrelevanten Objekten Kanäle und Schächte, Pumpwerke sowie Sonderbauwerke. Darüber hinaus werden weitere Teilprozesse, wie zum Beispiel die Leerung abflussloser Sammelgruben, Betriebsstörungen und die Rattenbekämpfung betrachtet. Die Unternehmen, welche Aufgaben im Zusammenhang mit dem Betrieb der Straßenabläufe übernehmen, können sich auch in diesem Teilprozess „Straßenabläufe“ vergleichen.
Für jeden Teilprozess erfolgen die Schritte der Standortbestimmung und der Ursachenanalyse, um konkrete Handlungsoptionen aus den Ergebnissen entwickeln zu können.
Standortbestimmung und Ursachenanalyse
Die Standortbestimmung erfolgt z.B. für den Teilprozess Reinigung Kanäle und Schächte anhand der beiden Schlüsselkennzahlen „Spezifischer Reinigungsaufwand“ [€ / Netzkm] und „Aufwand-Leistungsverhältnis“ [€ / m]. Neben dem Durchschnitt der jeweiligen Vergleichsgruppe werden auch weitere Referenz-Mittelwerte angezeigt (z.B. Mittelwert aller Teilnehmer am Prozessbenchmarking Kanalbetrieb mit einer Netzlänge < 500 km bzw. > 500 km).
In der Ursachenanalyse erfolgen eine Betrachtung der Aufwandsarten (Personal- und Fahrzeugaufwand sowie Bezogene Leistungen) sowie eine Analyse der Einflussfaktoren, die sich auf die Schlüsselkennzahlen auswirken (z.B. Kolonnenstärke, Produktivität, variable Fahrzeugkosten). Weiterhin werden veränderbare (z.B. der Anteil der jährlich gereinigten Strecke) und nicht veränderbare Einflussfaktoren (z.B. das durchschnittliche Gefälle) in die Analyse mit einbezogen, um letztendlich die Stellschrauben zu finden, die ein Optimierungspotenzial erkennen lassen.
Projektablauf
Der zeitliche Ablauf eines Projektes gestaltet sich in der Regel wie folgt:
| Was | Wann |
| Vorbereitung Datenerhebung, Schulung neuer Teilnehmer | I. Quartal |
| Datenerhebung | II. Quartal |
| Qualitätssicherung der Daten, Workshop „Qualitätssicherung für neue Teilnehmer“, Berichtsentwurf | III. Quartal |
| Workshop „Auswertung und Analyse“ für alle Teilnehmer, Formulierung Handlungsoptionen, Abschlussbericht | IV. Quartal |
| Ansprechpartner | Telefon | |
| Michael Zentner | +49(40) - 47 11 24 - 33 | m.zentner@aquabench.de |
| Sven Weiher | +49(40) - 47 11 24 - 32 | s.weiher@aquabench.de |
| Marius Wilke | +49(2203) - 359 29 - 27 | m.wilke@aquabench.de |
Referenzkunden Kanalbetrieb
| Name | Teilnehmer | Tel. Nr.: | E-Mail: |
| Roden, Helmut von | Stadtentwässerung Hannover | +49(511) 168-47340 | helmut.vonroden@hannover-stadt.de |
| Sprich, Jürgen | Stadtentwässerung Stuttgart | +49(711) 216-2228 | Juergen.Sprich@Stuttgart.de |