Prozessbenchmarking Kanalbau
Die Methodik des Prozessbenchmarking Kanalbau wurde von einer Arbeitsgruppe deutscher Großstädte im Jahr 1997 entwickelt und wird seit dem Erhebungsjahr 2002 kontinuierlich von den Teilnehmern angewandt. Mit einer Teilnahme am Prozessbenchmarking Kanalbau werden von den Unternehmen verschiedene Ziele verfolgt. Diese reichen von der Ableitung von Verbesserungspotenzialen für die Prozesse der Planung und Bauausführung, der Produktivitätsdarstellung der Ingenieurleistungen über die Unterstützung bei der Nachkalkulation und Budgetplanung bis zur Bereitstellung von Argumentationsmaterial für Diskussionen mit Politik und Öffentlichkeit.
Handlungsoptionen
Das Erkennen von Optimierungspotenzialen und die daraus folgende Ableitung von Handlungsoptionen und die Umsetzung bzw. Integration in die betriebliche Praxis ist ein wichtiger Bestandteil eines Prozessbenchmarking. Daher erfolgt im Rahmen der Abschlussberichte die Dokumentation der Handlungsoptionen basierend auf den Ergebnissen eines Erhebungsjahres. Die aquabench GmbH fasst die Handlungsoptionen aller Teilnehmer zum Zwecke der gegenseitigen Information über eingeleitete Handlungsoptionen und Arbeitsschwerpunkte zusammen. Hierdurch soll der Austausch zwischen den Teilnehmern mit gleichartig gelagerten Fragestellungen zur betrieblichen Praxis weiter unterstützt und gefördert werden.
Untersuchungsgegenstand
Die Formulierung von Handlungsoptionen beruht auf der entwickelten Systematik zum Vergleich von Kennzahlen auf einer Unternehmensebene und einer Projektebene:
- Auf der Unternehmensebene werden die gesamte Bau- und Investitionstätigkeit sowie die gesamten Ingenieurleistungen eines Unternehmens betrachtet. Der Fokus liegt hier auf langfristige strategische Entscheidungen.
- Auf der Projektebene erfolgt eine Betrachtung der jährlich in die aquabench-Online-Plattform eingestellten Kanalbauprojekte der Unternehmen, insbesondere in Bezug auf Projektkosten und Projektdauer, inkl. der jeweiligen Einflussfaktoren sowie Aspekten zur Budgeteinhaltung und Vergabe. Der Fokus liegt hier auf kurzfristig umsetzbare operative Entscheidungen.
Wie können Kanalbau-Projekte verglichen werden?
Die Philosophie des Prozessbenchmarking Kanalbau besteht darin, in der Datenerhebung nicht vorzugeben, welche Bedingungen die Projekte erfüllen müssen. Vielmehr werden zu jedem Projekt Randbedingungen und Einflussfaktoren erfasst (bspw. Projektart, Bauweise, Durchmesser, Tiefenlage, Bodenklasse, …). In der Auswertung kann dann nach bestimmten Kriterien „geclustert“ werden, so dass nur vergleichbare Projekte in die Auswertung gelangen.
Die Teilnehmer stellen jedes Jahr im Durchschnitt knapp 50% ihrer abgeschlossenen Bauprojekte in die Datenbank ein und können mittlerweile auf der aquabench-Online-Plattform für Auswertungen auf die Daten von insgesamt über 1.600 Kanalbau-Projekten zurückgreifen. Das Gesamtprojektvolumen der seit 2002 eingestellten Projekte beläuft sich auf 625 Mio. € bei einer Gesamtlänge von 500 km.
Standortbestimmung und Ursachenanalyse
Die Standortbestimmung und die Ursachenanalyse sind notwendig, um konkrete Handlungsoptionen aus den Ergebnissen entwickeln zu können. Die Standortbestimmung zeigt z.B. die Positionierung der Teilnehmer bzgl. der Zusammensetzung der Projektkosten nach den Kostenbestandteilen Bauleistungskosten, Ingenieurkosten und Sonstige Kosten für die Erneuerung in offener Bauweise im Durchmesserbereich ≤ DN 1200. Im Rahmen der Ursachenanalyse werden sowohl die beeinflussbaren als auch die nicht beeinflussbaren Einflussfaktoren auf die Höhe der Kostenbestandteile untersucht. So kann bspw. für eine bestimmte Tiefenlage die Auswirkung unterschiedlicher Verbauarten auf die Kosten für die Erdarbeiten als Teil der Bauleistungskosten untersucht werden.
Projektablauf
Der zeitliche Ablauf eines Projektes gestaltet sich in der Regel wie folgt:
| Was | Wann |
| Vorbereitung Datenerhebung, Schulung neuer Teilnehmer | I. Quartal |
| Datenerhebung | II. Quartal |
| Qualitätssicherung der Daten, Workshop „Qualitätssicherung für neue Teilnehmer“, Berichtsentwurf | III. Quartal |
| Workshop „Auswertung und Analyse“ für alle Teilnehmer, Formulierung Handlungsoptionen, Abschlussbericht | IV. Quartal |
| Ansprechpartner | Telefon | |
| Michael Zentner | 49(40) 47 11 24-33 | m.zentner@aquabench.de |
Referenzkunden Kanalbau
| Name | Teilnehmer | Tel. Nr.: | E-Mail: |
| Schmidt, Martina | Berliner Wasserbetriebe | (030) 8644-5357 | martina.schmidt@bwb.de |
| Menze, Horst | SE Hannover | (0511) 168-47312 | horst.menze@hannover-stadt.de |