english | deutsch

 

Ziele und Methodik

Benchmarking wird seit 1996 in der Wasserwirtschaft durchgeführt - Warum?

Aus dem Bericht der Benchmarking ad-hoc Arbeitsgruppe der DWA:

"Die Frage der Wirtschaftlichkeit gewinnt bei der Erledigung wasserwirtschaftlicher Aufgaben zunehmend an Bedeutung. Insbesondere in der Abwasserbeseitigung werden Gebühren nicht mehr hingenommen, ohne dass nachgewiesen wird, wie sie zusammengesetzt sind und auf welchen Kosten sie beruhen. Gleichzeitig muss man heute oftmals Alternativen für Problemlösungen anbieten, deren Vor- und Nachteile technisch und kauf-
männisch zu bewerten sind. Diese Bewertung dient nicht nur als Grundlage für Investitionsentscheidungen, sondern bezieht sich auch auf den Betrieb der Anlagen. Um solche Bewertungen vornehmen zu können, ist es zunächst erforderlich, Kosten nachvollziehbar und handhabbar zu strukturieren.

Die Frage, ob ein Unternehmen oder ein Unternehmensbereich tatsächlich sein Wirtschaftlichkeitspotenzial ausschöpft, kann durch Hilfsmittel wie z.B. Projektmanagement oder Managementsysteme allein nicht beant-
wortet werden. Es muss der Vergleich mit anderen hinzukommen, die gleichartige bzw. vergleichbare Aufgaben oder Teilaufgaben haben. Dies bedeutet im ersten Schritt, dass in der Literatur veröffentlichte Kennzahlen soweit möglich für das eigene Unternehmen gebildet und die Ergebnisse verglichen werden.
Der zweite Schritt kann die Teilnahme an einem Erfahrungsaustausch sein, in dem Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten gegeben werden, deren Umsetzbarkeit im eigenen Unternehmen geprüft wird. Will man über diese und ggf. weitere Schritte zur kontinuierlichen Verbesserung hinausgehen und quantifizierbare Maßnahmen zur Effizienzsteigerung erarbeiten, die evtl. auch tiefgreifende Veränderungen im Unternehmen erfordern, kann man sich einem Benchmarking stellen. Diese Methode ist in der Industrie entwickelt und in zahlreichen Unternehmen erfolgreich angewendet worden. Wesentliches Ziel ist es, auf der Grundlage von eindeutig beschriebenen und mit Messgrößen belegten Abläufen bzw. Prozessen Vergleiche zwischen verschiedenen Unternehmen oder auch Unternehmensbereichen anzustellen, um Hinweise für die technisch-wirtschaftliche Optimierung der eigenen Prozesse zu erhalten und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Die Übertragung dieses Vorgehens auf wasserwirtschaftliche Aufgaben wurde zunächst mit großer Skepsis betrachtet. Es bestanden Zweifel daran, ob es möglich sein würde, bei der Komplexität der Zusammenhänge und der Vielzahl unterschiedlicher Randbedingungen die notwendige Vergleichbarkeit herzustellen. Die Entwicklung hat gezeigt, dass dies möglich ist. Inzwischen werden für verschiedene Bereiche der Abwasser-
beseitigung Kennzahlen- bzw. Leistungsvergleiche durchgeführt und es sind Benchmarking-Projekte erfolgreich abgeschlossen worden sowie Folgeprojekte in Arbeit."

Ergebnisse

Positionierungen

  • Investiere ich genügend in das Kanalnetz?
  • Baue ich zu teuer?
  • Reinige ich mein Kanalnetz effizient?
  • Sind meine Prozesse schlank?
  • Halte ich meine Pläne ein?


Verbesserungshinweise

  • Welche Reinigungsperioden bieten sich für mein Kanalnetz an?
  • Wie viel Planung soll ich fremd vergeben?
  • Kann ich gemeinsam mit anderen Leitungsträgern bauen?


Erfahrungsaustausch & Themenvertiefung

  • Welche Benchmarking-Ergebnisse wurden von anderen Unternehmen umgesetzt?
  • Mit welchem Erfolg?
  • Was genau machen die Besten anders?



Benchmarking: Lernen von den Besten

Standortbestimmungen und die ständige Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten sind in Zeiten des Umbruchs auch in der Wasserversorgungs- und Abwasserwirtschaft unerlässlich.
Benchmarking bietet beides.

"Benchmarking ist ein systematischer und fortlaufender Messprozess mit Ziel, durch Vergleich mit den Vergleichsbesten Maßnahmen zur Verbesserung der eigenen Unternehmensprozesse zu entwickeln."
(International Benchmarking Clearinghouse)


Werkzeug zur Standortbestimmung

Im Strategieprozess, der Beschreibung des Weges in die Zukunft für Ver- und Entsorgungsunternehmen, ist eine Standortbestimmung unerlässlich.

  • Klassische Kennzahlenvergleiche bestimmen den eigenen Standort: "Wie gut bin ich im Vergleich zu den Besten?"
    (Best-In-Class / Clustering)
  • Benchmarking liefert darüber hinaus Hinweise für Verbesserungen: "Was tun die Besten, um so gut zu sein?" (Best-Practice)




Benchmarking Vergleichsbasis Prozesse

Das von der aquabench GmbH entwickelte Benchmarking-Prozessmodell bietet den Branchenunternehmen hohe Vergleichbarkeit. Es liefert wertvolle Ansätze für die Prozessoptimierung.




Die 5 Schritte des Benchmarking

Die Methodik der aquabench GmbH ist bewährt und orientiert sich an der Beschreibung der Vorgehensweise beim Benchmarking nach
DWA-ad-hoc-Arbeitsgruppe WI-00.1 "Benchmarking".




Unterschied Prozessbenchmarking und Unternehmensbenchmarking



Quelle: DWA- Regelwerk, DWA-M 1100, Benchmarking in der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung